By Conny
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Na, wer ist auch ein Kind der 90er und erinnert sich noch an jene Girlband, die in jedem Satz mindestens ein Schimpfwort hatte? Heute soll es aber nicht um Schimpfworte gehen. Wobei für manche „vegan“ vielleicht schon fast dazu zählt.

Als ich vor einigen Tagen sagte, dass ich mir wünschen würde, dass ich unbekümmerter mit Essen umgehen könnte, so wie die meisten eben, bekam ich die Antwort, dass sich wahrscheinlich mehr Leute um ihr Essen Gedanken machen, als ich ahne.

Und bei „Gedanken“ meine ich alles von Kalorien über Inhaltsstoffe bis hin zu fairem und ökologischem Anbau. Und unter anderem eben auch das Label. Bin ich nun Vegetarier? Omnivore? Vegan?

Der rote Faden

Vegane Ernährung spielt schon länger eine Rolle in meinem Leben. Ich wollte ganz lange vegan sein, ich war kurz vegan und jetzt hat es mich wieder erwischt. Keine Ahnung, warum es so eine magische Anziehungskraft auf mich hat.

Ich wurde vegan, weil ich das Gefühl hatte nach zig Nahrungsmittelunverträglichkeitstests müsste ich das nun selbst in die Hand nehmen, wenn die Ärzte schon mit keiner Diagnose kommen und meine Probleme klein reden. Danach kam dann natürlich auch irgendwie der ethische Aspekt dazu.

Ich wurde wieder zum Alles(fr)esser, weil… ja, warum? Ich könnte es nicht besser beschreiben, als es hier auf twoodledrum schon steht.

Vegan – der Reiz eines Lifestyles

Wir müssen gar nicht um die moralischen Gründe für ein veganes Leben sprechen. Das ist hoffentlich jedem klar, und man kann es dennoch ausgezeichnet verdrängen. Ich bin das beste Beispiel.

Wenn du bei YouTube nach einem FoodDiary suchst, so hast du garantiert unter den ersten Treffern auch einige vegane Varianten. Warum? Wahrscheinlich weil es irgendwie auch hip ist. Weil es eine Kritik an der Gesellschaft ist und, weil es mit einfach nur vegan essen eben auch nicht getan ist.

Damit meine ich nicht, dass das nicht genug wäre. Aber man denkt ja dann weiter. Was ist mit der Wolle die ich in Form eines Pullovers trage? Was ist mit meinen Ledergürteln? Und warum hab ich überhaupt ständig so viel Plastikmüll? Und so fragt man sich einmal quer durchs eigene Leben und steht vor einem Haufen Scheiße, den der Mensch alltäglich so fabriziert.

Nun wäre ich auch gern vegan

Aber, wie im verlinkten Artikel geschrieben, ich mag eben nicht (immer) vorkochen, um auf der sicheren Seite zu sein, falls es keine vegane Alternative gibt. Ich will nicht immer das Gefühl haben, eine Extrawurst zu brauchen. Und ich will mich auch irgendwie nicht jeden Tag einschränken. Das ist vielleicht ein egoistischer Grund, durchaus. Aber es hat ja doch irgendwie was mit Verzicht zu tun, ganz unabhängig davon wofür man es tut und ob es das vielleicht sogar wert ist.

Denn wenn ich Lust auf Käse habe, dann kann ich keinen essen, weil der eben nicht vegan ist. Inzwischen mag es adäquate Ersatzprodukte geben, aber habt ihr mal auf die Zutaten geschaut und auf den Preis? Das ist weder für meinen Körper noch für meinen Geldbeutel gut.

Wenn ich mit Freunden essen gehe, dann will ich nicht nur einen Salat bestellen oder vorher googeln müssen, ob es was veganes dort zu Essen gibt. Ich will vollkommen unvoreingenommen und unvorbereitet ins Lokal spazieren, so wie die anderen auch.

Vielleicht, nein, ganz bestimmt, sind das egoistische Gründe. Aber für mich wiegen sie schwer. So schwer, dass ich leider nicht 100% vegan sein kann. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich nicht, dass ich jeden Tag ein Schnitzel brauche und permanent Käse futtere. Nein, ganz im Gegenteil.

Ich bin wohl eher Flexitarier.

Beitragsbild via Unsplash.

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One Comment
 
  1. Aurelia / 8. Oktober 2016 at 19:52 /Antworten

    Moin Conny,
    was für ein schöner Artikel 🙂
    Dieses sich einmal durch sein Leben fragen wenn man anfängt viele Dinge für sich zu hinterfragen und dann feststellt “ was für eine Scheiße ich werd nie perfekt“ weil man sich eben nicht ständig geißeln möchte und einfach auch mal nur Freude haben möchte, kann echt ein Problem sein. Bis man mit sich selbst dann wieder im reinen ist und einfach die kleinen Schritte weiter macht die gut passen ist es ein langer Weg. Nach perfekt zu streben ist hierbei ein schlechter Ratgeber. Besser einfach auf den Bauch hören und wenn der sich wohl fühlt ist alles gut 🙂 dann kann man auch ruhigen Gewissens mal alle Fünfe grade sein lassen.

    Liebe Grüße
    Aurelia

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