By Conny
Posted: Updated:
0 Comments

Szenario 1: Der Wecker klingelt, du tastet blind nach dem Snooze Button. Nochmal. Nochmal. Und nochmal. Okay, Wecker hat gewonnen. Du quälst dich in eine sitzende Position, checkst erstmal dein Handy. Mist, schon so spät! Schnell aus dem Bett gehüpft, ins Bad gerannt, im Eiltempo Zähne, Haare, Makeup. Jetzt schnell was zum Anziehen finden. Scheiße, die Bluse ist noch nicht gebügelt. Naja, egal. Wird schon gehen. Du hechtest aus der Tür…

Szenario 2: Der Wecker klingelt um 5.30. Du weißt nämlich, dass das Wachwerden mit dem Sonnenaufgang was unheimlich Spirituelles hat. Also bist du sofort putzmunter und schlägst dein Notizbuch auf um erstmal deine Morgenseiten zu schreiben. Dann machst du Yoga, meditierst, du trinkst ein riesiges Glas warmes Ingwerwasser und machst Ölziehen. Dann setzt du dich hin um zu lesen. So startest du jeden Tag in den Morgen.

Die Wahrheit über deine Morgenroutine

…liegt irgendwo dazwischen. Ich persönlich stelle es mir nämlich nicht sonderlich befreiend vor, jeden Tag (ja, auch am Wochenende!) mit der Sonne aufzustehen. Und das sage ich, obwohl ich ein früher Vogel bin. Und wenn ich mir bei Youtube die ein oder andere Morgenroutine ansehe, dann denke ich mir: das kannst du auch nur machen, wenn du entweder erst 10.00 in der Arbeit sein musst, Student oder arbeitslos bist.

Ich verlasse jedenfalls gegen 7.00 das Haus, da kann ich unmöglich eine stundenlange Morgenroutine in meinen Tag integrieren. Wie gut also, dass man gar nicht zig Sachen machen MUSS, sondern sich einfach einige Dinge rauspicken kann. Oder auch nur eine einzige Sache.

Baustein 1 – Ölziehen

Ölziehen gehört auch zu meiner eigenen Morgenroutine. Ich habe zwar grad erst wieder damit angefangen, aber ich will diesmal länger am Ball bleiben.

Wie funktioniert Ölziehen?

Man nehme auf nüchternen Magen einen Teelöffel Öl in den Mund und dann wird das Öl durch die Zähne gezogen bzw. im Mund hin und her gespült. Das Ganze kann von wenigen Minuten bis zu 20 Minuten ausgedehnt werden. Man kann ja klein anfangen. Danach das Öl in ein Tuch spucken und ab damit in den Müll. Ins Klo soll man die Reste übrigens nicht geben, da es so in den Wasserkreislauf gelangt. Im Anschluss Zähne putzen.

Welches Öl?

Am Besten eignet sich ein recht geschmacksneutrales Öl. Ich verwende Kokosöl, habe es aber auch schon mit Sonnenblumenöl gemacht. Übrigens ist das Ölziehen weniger eklig, als man es sich vorstellt.

Warum oder was soll das bringen?

Unser Mund hat viele Mitbewohner: Pilze, Bakterien, Viren und andere Giftstoffe. Durch das Ölziehen wird verhindert, dass diese Stoffe in den Blutkreislauf wandern und sich weiter verbreiten. Außerdem sorgt Ölziehen auch für weißere Zähne, da sich im Öl antibiotische und antivirale Stoffe befinden, die unsere Zähne (wieder) strahlen lassen.

Außerdem wirkt Ölziehen gegen Karies und bekämpft auch Mundgeruch. Dem frischen Atem steht also nichts mehr im Wege.

Baustein 2 – Meditation

Diesen Punkt würde ich gern in meine Morgenroutine integrieren, habe aber irgendwie einen riesigen inneren Schweinehund. Ich denke mir immer: ach nee, dafür hast du jetzt keine Ruhe, dabei weiß ich eigentlich, dass genau DAS dann der richtige Moment für eine kurze, knackige Meditiation wäre.

Wie funktioniert Meditation?

Es gibt natürlich verschiedene Formen von Meditation. Ich persönlich beobachte gern meinen Atem. Das heißt, ich setze mich in eine bequeme, aufrechte Position, schließe die Augen und beobachte nur meinen Atem. Mein Fokus liegt also auf dem Ein- und Ausatmen. Immer wenn ein Gedanke kommt (und da kommen viele), versucht man diesen wegzuschieben. Und zwar nicht, indem man ihn innerlich bewertet, sondern die Gedanken werden vielmehr als Wolke betrachtet, die man kurz wahrnimmt und dann weiterziehen lässt.

Warum oder was soll das bringen?

Wir sind in unserem Alltag permanent von vielen Sinneseindrücken umgeben. Still ist es nie. Deswegen ist es ganz nützlich, wenn man die Zeit morgens nutzt und einfach mal in Stille atmet. Es holt einen runter und raus aus diesem ewigen Trubel. Und es müssen auch keine 20 Minuten sein. Selbst 3 Minuten für den Anfang sind besser, als nichts. Eine Alternative sind auch geführte Meditationen.

Baustein 3 – Stretching/ leichtes Yoga

Am Morgen, so kurz nach dem Aufstehen, sind die Knochen und Gelenke irgendwie noch recht steif. Kein Wunder, man hat ja auch etwa 8h gelegen. Deshalb kann es nicht schaden, ein bisschen Bewegung in seine Morgenroutine zu integrieren. Und mit Bewegung meine ich wirklich kein Hardcore Workout, sondern einfach sanfte (fließende) Bewegungen.

Wie funktioniert Stretching?

Wir kennen es ja alle mehr oder weniger aus der Schule. Natürlich kannst du dir einen genauen Plan machen. Ich mache das nicht. Stattdessen orientiere ich mich an einigen Yogahaltungen und schau spontan, was sich gut anfühlt. Immer wieder schön ist die Haltung des Kindes oder die Vorwärtsbeuge.

Warum oder was soll das bringen?

Beweglichkeit. Eine regelmäßige Stretchingroutine beugt Muskelverkürzungen vor und hält dich beweglich. Und besonders, da viele von uns tagtäglich viele Stunden sitzen, ist es wichtig, den eigenen Bewegungsradius nicht noch mehr einzuschränken, indem man dann zuhause auch nur sitzt. Eine kleine feine Stretchingrunde tut unheimlich gut.

Baustein 4 – Morgenseiten

Hier wirds knifflig. Ich finde die Idee dahinter super, allerdings kann ich es für meine Morgenroutine nicht umsetzen, da ich dann wirklich mitten in der Nacht aufstehen müsste.

Wie funktionieren Morgenseiten?

Die Idee hinter den Morgenseiten stammt von Julia Cameron und ihrem Buch „Der Weg des Künstlers“. Du schreibst direkt nach dem Aufwachen, also noch bevor du auf dein Handy schaust, direkt 3 Seiten Text. Und was sollst du da genau schreiben? Alles, was dir gerade so einfällt, es gibt keine Regeln. Wichtig ist nur, dass du ununterbrochen schreibst ohne deine Gedanken zu zensieren. Und wenn du nicht mehr weißt, was du schreiben sollst, dann schreibst du eben „Ich weiß nicht mehr, was ich schreiben soll“. Solange, bis dir wieder eine neue Idee kommt.

Warum oder was soll das bringen?

Im Grunde ist es sowas ähnliches, wie das stinknormale Tagebuch schreiben. Indem wir unsere Gedanken notieren, verschwinden sie aus unserem Kopf. Morgenseiten sorgen also für Klarheit und Fokus, fördern aber auch die Kreativität, denn auch wenn man zu Beginn keinen blassen Schimmer hat, was man da eigentlich die ganzen drei Seiten schreiben soll, so wird es von Mal zu Mal besser.

 

Und jetzt interessiert mich: wie sieht deine Morgenroutine aus?

Beitragsbild via Unsplash.

 

Ähnliche Beiträge

Ich kenne mich mit on and off Beziehungen aus. Im Schulsport fand ich dieses fade im Kreis laufen...

Wenn du Yoga hörst, dann denkst du an für dich unerreichbare Posen. An Verrenkungen, bei denen du...

Atmen ist lebenswichtig. Ohne unseren Atem wird es echt schwierig. Und obwohl das Atmen so enorm...

Leave a Reply