By Conny
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Ich habe es jahrzehntelang nicht mit einer Silbe in Frage gestellt: nämlich, dass man seine Haare mit Shampoo wäscht. Es gibt ja auch für so ziemlich jedes Bedürfnis das richtige Shampoo: dünne Haare brauchen mehr Volumen, zickige Haare mehr Kämmbarkeit, colorierte Haare mehr Farbintensität, lockige Haare mehr Sprungkraft usw.

Ich habe mich auch nie gefragt, wie die Menschen das wohl früher gemacht haben, als man noch nicht einfach mal so in den nächsten dm-Markt spazieren konnte und sich aus einem ganzen Regal Haarwäschen sein Shampoo aussuchen konnte.

Bis ich auf No poo stieß.

Ich höre die Stimme meiner Mutter, die mich fragt: was ist das jetzt wieder für neumodischer Kram?

Dabei ist es nur ein kleines Wortspiel. No poo steht für No (sham)poo. Netterweise bedeutet poo auf Englisch Kot. Ach, ich mag Wortspiele.

Gleich vornweg: ich wasche meine Haare bisher auch ganz normal mit Shampoo. Aber ich gebe dieser No poo Geschichte wohl echt mal eine Chance. Bin neugierig.

Also, warum das Ganze?

  • In vielen Shampoos sind Silikone enthalten. Diese ummanteln die Haare und stehen in Verdacht, Allergien auszulösen
  • außerdem belasten sie die Umwelt
  • neben Silikonen findest man auch noch tausend andere Zusätze – Duftstoffe, Tenside und noch eine ganze Menge mehr, denn, wie schon gesagt, soll das Shampoo ja meine dünnen Haare voller machen, meinen gefärbten Haaren wieder neuen Glanz geben, usw.
  • und natürlich: Shampoos gibt es in Plastikflaschen. Das ist das offensichtliche Plastikproblem. Es gibt aber noch ein weiteres, unoffensichtlicheres: in Shampoos befindet sich Mikroplastik als Füllstoff und Verdickungsmittel. Und das wandert dann alles zusammen in unsere Gewässer.
  • bei häufiger Anwendung kommt es manchmal zu einer trockenen und gereizten Kopfhaut
  • Shampoo regt die Talgdrüsen zu einer übermäßigen Produktion an, heißt, die Haare werden immer schneller fettig.

Was gibt es für Alternativen?

No poo bedeutet zum Glück nicht, dass es nur noch eine Möglichkeit gibt, seine Haare zu waschen. Erstens hat jeder Mensch eine andere Haarstruktur, zweitens Haarlänge und drittens kommt halt jeder mit etwas anderem gut zurecht. Wie schön also, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt.

Ich möchte einige davon vorstellen, erhebe aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Lavaerde

…leider hat das mit der Lava aus einem Vulkan nichts zu tun. Lavaerde ist nämlich einfach „nur“ Wascherde, genauer gesagt, Tonerde. Die Anwendung klingt recht einfach: Etwa 3 EL Lavaerde mit der doppelten Menge heißem Wasser verrühren. Dann kann sie ganz normal benutzt werden, so wie man sich auch mit einem Shampoo die Haare waschen würde.

Nach dem Waschen kann (muss/sollte?) man eine saure Rinse machen: einfach Essig mit Wasser verdünnen (3 EL Essig auf 1 Liter Wasser) und über die Haare geben. Am Besten übrigens sehr kalten Wasser nehmen, das schließt die Schuppenschicht der Haare und macht einen schönen Glanz.

Mehr zur Lavaerde gibts hier.

Feste Shampoos

…gibt es zum Beispiel bei Lush. Vorteile: die festen Shampoos enthalten weder Silikone noch synthetische Konservierungsstoffe und sie sind plastikfrei. Die Anwendung ist auch hier simpel: in der Hand aufschäumen, den Schaum in die Haare einmassieren und mit Wasser ausspülen. Fertig.

Roggenmehl

Jetzt erklärt mich nicht für verrückt. Wir sprechen hier tatsächlich von Roggenmehl, ganz normales Roggenmehl. Auch hier wieder: das Mehl mit Wasser anrühren, gut vermengen. Die Konsistenz sollte dann gelartig sein, fast so wie bei einem gekauften Shampoo.

Wer mehr wissen will, liest hier weiter.

Was es bei No poo zu beachten gilt

Bevor es zu großen Enttäuschungen kommt: wie jede Umstellung braucht auch diese Zeit. Ihr könnt nicht erwarten, dass ihr, nachdem ihr euch jahrelang Silikonbomben ins Haar geschmiert habt, sofort die glänzensten Haare ever habt. Rechnet also erstmal mit schneller fettenden Haaren, mit trockenen Haaren, ja, vielleicht auch mit Schuppen. Das wird besser. Hier bin ich übrigens überzeugt, auch wenn ich selbst noch keine der Methoden ausprobiert habe.

Mich spricht ja die Roggenmehlsache am meisten an. Und euch? Habt ihr schon was davon ausprobiert?

 

Beitragsbild via Unsplash.

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4 Comments
 
  1. FashionqueensDiary / 11. Juli 2016 at 21:29 /Antworten

    Ich muss zugeben, dass ich vor ungefähr zwei Jahren auf NK-Produkte umgestiegen bin. Anfangs fand ich es toll, dass meine Haare sich wieder nach Haaren anfühlten und ja, es war natürlich auch Kopfsache. Nun nach eben gut zwei Jahren benutze ich zwar immer noch zu 90% NK-Shampoos, aber an manchen Tagen brauche ich diese Silikon-Bomben, weil sich meine Haare damit einfach besser anfühlen und sie nicht so trocken sind. Mit den NK-Produkten sind meine Haare regelrecht ausgetrocknet – und keine Kur und kein Öl hat da geholfen. Ich mag aktuell diese Kombi aus beiden und könnte mir dein Experiment für mich nicht vorstellen^^

    • Conny / 12. Juli 2016 at 17:21 /Antworten

      Ja ich bin selbst gespannt ob es ein Experiment auf Dauer wird, wie ich klar komme usw. Bin ja noch etwas skeptisch was das Roggenmehl angeht, vor allem auf Reisen. Ist halt irgendwie schwieriger als zuhause. Vllt ist das aber auch nur eine Ausrede…

  2. Emma Martschinke / 15. Juli 2016 at 09:36 /Antworten

    Ich hab mir das auch schon lange überlegt und schrecke immer noch ein bisschen zurück vor den kurzweiligen „Nebenwirkungen“. Aber ich denke, dass es das wert sein wird. Finde deine Alternativen super und werde es gleich mal ausprobieren. Mit Kaffeesatz soll es auch ganz gut gehen.

    Herzlich, Emma

    • Conny / 15. Juli 2016 at 21:09 /Antworten

      Liebe Emma,

      danke für deinen Kommentar! Da ich mich eh grad mit Haarausfall und fettigen Haaren rumärgere (Pille abgesetzt), kann es ja quasi schon gar nicht mehr schlimmer werden. Ich habe noch einen ziemlichen Rest an Shampoo im Bad stehen, das brauche ich noch auf und dann werd ich mal kräftig testen 🙂

      Liebe Grüße,
      Conny

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