By Conny
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Seit April 2016 bin ich jetzt schon pillenfrei. Vor ein paar Wochen hatte ich ja schon ausführlicher berichtet, warum ich mit der Pille aufgehört habe und was sich bisher so verändert hat. Eigentlich ist alles so geblieben. Ich könnte täglich Haare waschen, rette mich meist mit Trockenshampoo wenigstens bis zum übernächsten Tag, denn täglich Haare waschen ist ja nun auch nicht so prall.

Meine Pickel sind (toi, toi, toi) wirklich wenig, hauptsächlich am Kinn und um die Nase. Ich mag mich täuschen, aber ich schiebe es auch ein bisschen auf meine gewissenhafte, aber minimalistische Gesichtspflege.

Dafür habe ich ein anderes, viel belastenders Problem:

Seit ich pillenfrei bin, befinde ich mich zwischen Wutanfall und Heulkrampf

Ich bin grundsätzlich ein fröhlicher Mensch mit einem Hang zu grenzenlosem Optimismus. Ich bin eigentlich nie wirklich schlecht gelaunt. Ich bin impulsiv und auch manchmal zickig, aber grundsätzlich befindet sich meine Laune immer auf einem recht guten Niveau. Seit ich pillenfrei bin, ist meine Stimmung aber eine einzige Achterbahnfahrt.

Irgendwann Anfang Juni ging es los: ich bekam depressive Schübe. Schwarzmalerei kenne ich gar nicht von mir. Ich kann nun ansatzweise (!) nachvollziehen, wie es Menschen gehen muss, die wirklich dauerhaft unter Depressionen leiden.

Ich war wirklich täglich entweder so richtig, richtig mies drauf oder aber zutiefst traurig. Es gab nie einen Grund. Das Problem: wenn du einmal in so einem Tal hängst, kostet es unheimlich viel Kraft, etwas gegen diese miese Stimmung zu unternehmen.

Das Leben kam mir manchmal wirklich sinnlos vor. Allein dieser Gedanke, die Tatsache, dass ich das jetzt hier über mich schreiben muss, schockiert mich. Denn wie gesagt, mein Optimismus ist nahezu unerschütterlich.

Was ich dagegen unternahm…

Erstmal nichts. Ich dachte, das sei nur eine Phase von wenigen Tagen. Pustekuchen. Ich leide auch jetzt noch darunter und ich schreibe bewusst DARUNTER und nicht DARAN. Es ist einfach nur belastend.

Glücklicherweise gab mir meine Mutter den Tipp, es mal mit einem homöopathischen Mittel zu versuchen, das stimmungsaufhellend wirkt. Gesagt, getan. Hilft und half gut. Nach etwa 1 1/2 Wochen dachte ich: yeah, Tief überwunden und reduzierte die Einnahme. Schwupps, wenige Tage später sah ich mich mit denselben destruktiven Gedanken konfrontiert.

Was man sonst noch tun kann…

Ich kann euch wirklich nur raten: lenkt euch ab. Es ist hart, es kostet sehr viel Kraft und Energie nicht einfach im Bett liegen zu bleiben. Aber mir haben folgende Dinge gut getan:

  • rausgehen (= möglichst lange spazieren gehen)
  • Yoga
  • aufräumen/ putzen
  • malen/ basteln

Was einem hilft muss jeder selbst herausfinden. Es geht auch nicht darum, jeden Anflug von schlechter Laune zu unterdrücken. Es geht nur darum, dass depressive Phasen nicht ausgesessen werden. Ich halte nichts davon. Ich weiß, dass es eigentlich nicht mein Naturell ist. Ich weiß, dass es hormonbedingt ist. Und deswegen finde ich es durchaus in Ordnung, diese Stimmungen zu unterdrücken.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie lange ich noch pillenfrei sein muss, bis sich meine generelle Grundtimmung wieder hebt.

Dennoch bin ich nach wie vor absolut zufrieden mit meiner Entscheidung.

Beitragsbild via Unsplash.

 

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6 Comments
 
  1. Saskia / 20. Juli 2016 at 20:59 /Antworten

    Hallo,
    Vor ein paar Monaten habe auch ich mich (zum zweiten Mal) dazu entschieden, die Pille abzusetzen. Bin nun seit März „clean“ und muss sagen, es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Mit pille war ich einfach nicht zu gebrauchen, immer schlecht drauf, müde, bekam Migräne und und und. Jetzt, ohne Pille, fühle ich mich einfach wunderbar. Hier und da ist meine Haut zwar sehr unrein, aber das nehme ich gerne im Kauf, wenn es mir dafür allgemein 100 Mal besser geht.
    Am Anfang hatte ich auch mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen – mittlerweile geht es mir fast durchgängig gut.

    Halte durch, es wird besser 🙂
    Ganz liebe Grüße
    Saskia 😊

    • Conny / 21. Juli 2016 at 07:01 /Antworten

      Hallo Saskia,

      danke für deinen Kommentar. Ja, ich bin auch trotz der Stimmungsprobleme froh, dass ich den Schritt endlich gewagt habe. Man weiß ja, dass die ganzen Probleme nicht für die Dauer sind, sondern sich alles irgendwie einpendelt.

  2. Ivonne / 20. Juli 2016 at 21:59 /Antworten

    Hallo,
    ich bin jetzt auch schon eine ganze Zeit pillenfrei und empfehle Dir Alchemilla Urtinktur. Ich habe die Tropfen direkt seit dem Absetzen genommen, hatte direkt einen regelmäßigen Zyklus und auch so geht es mir bestens 🙂

    Liebe Grüße

    • Conny / 21. Juli 2016 at 07:02 /Antworten

      Hallo Ivonne,

      danke für den Tipp!

  3. Kati / 21. Juli 2016 at 13:57 /Antworten

    Schade dass du dich nicht genauer darüber informierst. Diese Stimmungsschwankungen in einem natürlichen Zyklus sind normal. Es gibt 2 Möglichkeiten.
    1. natürliche Veränderung der Zyklusphasen
    Das bedeutet, dass du in einem unmanipulierten Zyklus von Östrogen in die Progesteronphase und wieder zurück wechselst. Gerade in der Progesteronphase haben viele Frauen und Mädchen Stimmungsschwankungen. Das liegt einfach an den Hormonen und geht mit der Periode wieder weg. Genau wie Pickel, Heißhunger und Müdigkeit. Das nennt man PMS. Bei manchen Frauen ist PMS krankhaft bedingt stärker. Zb. wenn sie eine Gelbkörperschwäche haben.

    Hormone wirken in jeder noch zu kleinsten Zelle unseres Körpers. Es gibt nicht nur Östrogen und Progesteron und Serotonin. Es gibt zig weitere Hormone und da kommen wir zu Punkt Zwei:

    2. Deine Stimmungsschwankungen kommen von der Psyche
    Es ist ein schwieriges Thema und ich will dir nicht zu nahe treten, aber im schlimmsten Fall können solche Wutanfälle ect. durch eine labile Psyche. Depressive Menschen beispielsweise erleben diese Ups- und Downs ständig und in krasser Form. Schlafmangel macht nachweislich aggressiv und unkonzentriert. Die Psyche spielt mit. Die Hormone wirken immer im Körper und drücken sich eben psychisch wie auch physisch aus.

    Hintergrundwissen: Nach absetzen hormoneller Verhütungsmittel kann es im Durchschnitt(!) ca. 6-8 Monate dauern, bis sich der Körper regeneriert hat. Bei manchen dauert es länger. Dein Körper ist keine Maschine. Er ist ein hoch sensibler Prozessor, der Wartungsarbeiten durchführt, die eben Zeit brauchen. Ein Download von Musik ist ja auch nicht in 2 Sekunden erledigt. 😉
    Du hast deinem Körper die Hormone „weggenommen“ die du ihm mit der Pille von außen zugeführt hast. Jetzt merkt er, dass er wieder selbst welche produzieren muss. Das dauert eben seine Zeit. Fehlerhafte Verarbeitung wird sofort korrigiert (dh. bildlich gesehen, dass es sein kann, dass du zwar einen 27-Tage-Zyklus haben kannst, aber zb. kein Eisprung erfolgt – das hebt sich auf, in dem der Körper kontinuierlich arbeitet).

    Meine Tipps: Versuch es mit „Zyklustee“, den du 3x/Tag trinkst. Ansonsten kann ich dir auch das pflanzliche Mittel Mönchspfeffer empfehlen. Dies wird zb auch bei starken Menstruationsbeschwerden oder starkem PMS genommen und ist frei in jeder Apotheke zu kriegen. Ansonsten: Abwarten und geduldig sein!

    Persön. Erfahrung: Ich habe 2008 die Pille nach 6 Jahren abgesetzt und ebenso wie du, mit fettigen Haaren, unreiner Haut ect. gehabt. Das reguliert sich mit der Zeit, du wirst sehen.

    • Conny / 21. Juli 2016 at 20:10 /Antworten

      Hallo Kati,

      erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für so einen ausführlichen Kommentar genommen hast!
      PMS schließe ich aus, da seit dem Absetzen der Pille noch keine Blutung kam. Es sei denn, man kann quasi dauerhaft PMS haben.
      Das Thema Psyche ist heikel, ja. Ich würde mich aber definitiv nicht als labil bezeichnen. Unter der Pille war ich jedenfalls recht ausgeglichen und hatte nie solche depressiven Anfälle, die wohlbemerkt nicht nur mal 1-2 Tage dauern, sondern wirklich mehrere Tage am Stück anhalten.

      Ich weiß, dass das alles Zeit braucht, ich will diese Zeit meinem Körper auch sehr gerne geben. Es war auch nicht meine Absicht, Ungeduld oder so auszudrücken, ich wollte einfach nur meine Erfahrungen teilen. Von Mönchspfeffer habe ich schon viel gehört, positive und negative Dinge. Momentan bin ich aber noch der Meinung, so wenig wie möglich eingreifen zu wollen, auch wenn es natürliche Mittel sind. Denn du hast ja Recht: es braucht Zeit und wird sich irgendwann einfach wieder regulieren. 🙂

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